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St. Jost en Suisse

Blatten, ein paar Kilometer westlich von Luzern, der Hauptort für St. Jost in der Schweiz

Wie kommt ein Saint Josse aus der Picardie im Norden Frankreichs als St. Jost in die Schweiz und erhält hier so viele Kirchen und Kapellen?

Diesen Weg hat Jost Trier in seinem Buch, bzw. Artikel über die Jodoksverehrung nachzuzeichnen versucht. Er sieht als ersten Grund den Kontakt der Benediktinerklöster untereinander, die ihr Wissen und ihre Anerkennung über diesen Heiligen weitergegeben haben. Dazu kommt die Mundpropaganda: einen Heiliger, dem man Hilfe verdankt, wird weiter empfohlen.

So wandert die J-Verehrung über Worms und Speyer linksrheinisch weiter in die Schweiz nach Zürich. Von dort geht eine Linie
(a) nach Dietikon, Baden, Ennetbaden und Wettingen; eine zweite
(b) seeaufwärts über Ütikon, Altendorf, Kaltbrunnen, Schwanden, Obergaß nach Schennis und Walenstadt. Abzweigungen führen nach Regensberg (Lengnau und Klingnau), Illnau (mit Rüti, Schmerikon, Josenhof), schließlich nach St. Jost am Aegerisee. Eine dritte
(c) führt von Zürich über Bremgarten ins Dekanat Hochdorf-Sursee (mit 5 Kapellen und 4 Altären in Alikon, Baldegg, Beromünster, Doppelschwand, Rüediswil, Wartensee, Wertenstein) mit dem Hauptort des schweizer Jodoks-Kultes in Blatten/Malters.

Wohl von Bern aus werden Utzendorf und Jegenstorf erreicht, das Bistum Basel wohl von Konstanz aus. Colmar und Pfaffenheim sieht J. Trier von Breisgau und Bechburg von Aargau aus beeinflusst. Die Altäre in Laufenburg und Rheinfelden bringt er mit Schaffhausen in Verbindung. Das Bistum Chur sieht er auf der Linie Zürich - Scheennis - Walenstadt.

Einen Teil haben schließlich auch die Pilger selber beigetragen: Nachdem ein ganzer Teil der Pilgerrouten sich am Bodensee bündelte und weiter durch die Schweiz führte, ist es kein Wunder, dass in der Schweiz eine überraschend hohe Zahl von Jodoks-Kirchen und -Kapellen entstanden und bis heute am Leben geblieben ist.