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"St. Jodokus-Bruderschaft Rheinbach und Umgebung"

Die Fotos verdanken wir Hubert Schragen.

Pfarrei St. Martin
Langgasse 12 
D-53359 Rheinbach 
Tel. 022 26/21 67, Fax: 022 26/17486
eMail: pfarramt(at)st-martin-rheinbach.de 

Die Jodokus-Bruderschaft der Pfarrei St. Martin/Rheinbach berichtet:
"Wenn der Herbst schon seine Spuren in der Natur zeigt, pilgern die Mitglieder der St. Jodokus-Bruderschaft auf alten Prozessionspfaden über die Höhen und durch die Täler der Eifel zum stillen Kapellchen im Nitztal und zur Langenfelder Wallfahrtskirche, in der eine Reliquie des Hl. Jodokus aufbewahrt und verehrt wird... Als Schutzheiliger der Bauern schützt Jodokus vor Gewitter und Hagelschlag, hilft bei Viehseuchen, bewahrt die Feldfrüchte vor Schädlingen. Er schützt auch Obstbäume, bringt Kindersegen, hilft bei Fieber. In noch vielen anderen Nöten wird er angerufen." 

Bei der jährlichen herbstlichen Wallfahrt nach Langenfeld schließt sich auch der Nachbarort Ramershoven an. Einen ausführliche Schilderung der Wallfahrt von 2009 (Erwin Welter) mit vielen Fotos (Hubert Schragen) kann man sich im Pfarrbrief als PDF-datei herunterladen. 

Brudermeister sind:
Jochen Arnhold 
Heinz Kessel 
Günter Spittel 
Erwin Welter [erwin.welter(at)t-online.de]

Die Pfarrei war mehrmals in St. Josse-sur-Mer: 1986, 1987; 2001 zusammen mit den J-Bruderschaften aus Adendorf, Altendorf, Fritzdorf und Hönningen.

Wallfahrt 2012 nach St. Josse-sur-Mer

Reisebericht von Erwin Welter 

Am Samstag vor Pfingsten, dem 26. Mai 2012,verließ um 7.00 Uhr ein Bus der Firma Laschke mit 30 Pilgerinnen und Pilger derJodokusbruderschaft Rheinbach und UmgebungRheinbach, ausgehend vom Himmeroder Wall,um eine dreitägige Reise nach Nordfrankreich anzutreten. 

Die bereits vierte Fahrt der Bruderschaft nach 1986, 1987 und 2001, führte uns in das Dorf St. Josse-sur-Mer an der Küste des Atlantiks, um an der Eröffnung der Pfingstwoche 2012, die einer Jahrhunderte langen Tradition zufolge auschließlich der Verehrung des hl. Jodokus gewidmet ist, teilzunehmen. Für jeden Jodokuspilger stellt diese Pilgerfahrt zum Schrein des hl. Jodok einen Höhepunkt in der Verehrung des Heiligen dar, der seit dem 9. Jahrhundert in unserer Heimat als Schutzpatron in mancherlei Not und Bedrängnis angerufen wird. 

Nach einigen Stunden Fahrt auf Autobahnen und teils engen Landstraßen, kamen wir gegen 15.30 Uhr in St. Josse an. Vom Ortsrand aus zogen wir in Prozessionsordnung in den Ort und in die Kirche von St. Josse ein. Bereits am Ortseingang wurden wir von Abbé Clovis, dem dortigen Pfarrer, sehr herzlich begrüßt. In der Kirche selbst hielten wir am Schrein des hl. Jodokus eine von Pater Leo Wiszniewsky SAC gestaltete Pilgerandacht. Nach einer guten Stunde verließen wir die Kirche, um in etwa 30 km Entfernung unser Hotel Les Gens de Mer in Boulogne zu erreichen. 

Das Wetter war uns besonders gut gesonnen und sollte auch die drei Tage unserer Reise so freundlich bleiben. Ohne Regen und mit viel Sonne war natürlich dementsprechend auch die Stimmung unter den Teilnehmern. Vor dem Abendessen um 19.30 Uhr musste selbstverständlich auch die am Tage verloren gegangene Flüssigkeit wieder reguliert werden, was denn bei den Reisenden auch nicht unbedingt als Strafe empfunden wurde. Nach einem reichhaltigen und sehr guten Essen, war dann Freizeit angesagt. Einige der Pilger wanderten zum Strand oder besuchten den schönen Ort Boulogne. Andere hatten nach der langen Fahrt, große Sehnsucht nach ihrem Bett. Nach einem Absacker in einem der vielen Cafes, sind dann alle Pilger rechtzeitig zum wohlverdienten Schlaf gekommen.  

Der zweite Tag unserer Pilgerreise, der Pfingstsonntag, begann mit einem reichhaltigen Frühstücks-Buffet im Hotel. Pünktlich um 9.30 Uhr starteten wir in Richtung St. Josse-sur-Mer. Dort begann um 11.00 Uhr die Eröffnung der diesjährigen Pfingstwoche mit einem festlichen Gottesdienst mit Abbé Clovis in Conzelebration mit Pater Leo und einem Diakon. Die hl. Messe wurde teilweise in Text und Lied zweisprachig gehalten. Nach der Verehrung des Schreins des hl. Jodokus am Schluss der hl. Messe fand eine Prozession, in der der Schrein mitgetragen wurde, rund um die Kirche statt. Auch beim Tragen des Schreins und den Liedern, lösten sich französische und deutsche Teilnehmer des Eröffnungsgottesdienstes gegenseitig ab.  

Noch ganz begeistert von der feierlichen Eröffnung, fuhren wir anschließend nach Le Touquet, um uns in der dortigen Kirche die Ausstellung Die europäische Ausstrahlung des heiligen Jodokus zu Gemüte zu führen. Nachdem wir nun soviel geistige Nahrung zu uns genommen hatten, war es aber auch an der Zeit, den Leib nicht zu kurz kommen zu lassen. Es fand sich im naheliegenden Park ein sehr nettes Plätzchen, welches auch einen einigermaßen guten Sonnenschutz bot, um das geplante Picknick durchzuführen. Flugs wurden Tisch und Bänke aufgeschlagen und die am Morgen gekauften Baguette, die Wurst und der Käse waren bereit zum Verzehr. Das es allen sehr gut gemundet hatte, konnte man an der Zufriedenheit, die allen in den Augen geschrieben stand, ersehen. Es blieb sogar noch viel Zeit für einen gemütlichen Strandspaziergang.  

Um 15.00 Uhr belegten wir wieder unsere angestammten Busplätze und fuhren nun in das malerische Städtchen Montreuil-sur-Mer. Nach dem Besuch der dortigen Kirche, hatten die Reisenden die Möglichkeit, einen Stadtbummel zu unternehmen oder den Besuch eines netten Cafes vorzuziehen. Einigen ist es gelungen, beide Möglichkeiten wahrzunehmen. 

Die Rückfahrt zum Hotel in Boulogne wurde, wie geplant, um 18.00 Uhr angetreten. Das Abendessen fand auch heute, nach vorherigen Einnahme einiger Aperitifs, um 19.30 Uhr statt. Es war, wie auch am ersten Tag, sehr reichhaltig und gut. Auch die beiden Nichtfischesser konnten letztendlich zufrieden gestellt werden. Nach dem Essen war wiederum Freizeit angesagt. Diese wurde auch wieder, wie gestern, von jedem Reiseteilnehmer individuell genutzt. Jeder soll, so hieß es am anderen Tag, voll auf seine Kosten gekommen sein. 

Der dritte und letzte Tag, der Pfingstmontag, begann wieder mit dem guten Frühstück und der darauf folgenden Fahrt um 9.30 Uhr nach St. Josse-sur-Mer. Vorher mussten jedoch im Gegensatz zum Vortag, zunächst die Koffer gepackt und zum Bus gebracht werden, was jedenfalls hervorragend klappte.

Nach einigem Suchen war schließlich auch der Park mit der Einsiedelei (hier lebte Jodokus viele Jahre bis zu seinem Tode), an der der heutige Gottesdienst gefeiert werden sollte, gefunden. Um 11.00 Uhr fand hier wieder eine hl. Messe statt, die wie am Pfingstsonntag, teilweise in Wort und Lied zweisprachig von Abbé Clovis und Pater Leo zelebriert wurde. Bevor wir wieder in den Ort gingen, besuchten wir die nahegelegene Quelle. 

Der Besuch in St. Josse-sur-Mer endete für die Pilgerinnen und Pilger mit einem Empfang des Bürgermeisters im Rathaus. Gegen 13.15 Uhr setzte sich der Bus in Richtung Heimat in Bewegung.

Nach langer aber guter Fahrt vorbei an Wäldern, Wiesen und Feldern und nach einem längeren Stau auf der Autobahn in Frankreich, erreichten wir glücklich und zufrieden, um 21.30 Uhr wieder den Ausgangspunkt Rheinbach. So wie auch an den vergangenen Tagen, der Tag mit einem Morgenlob und einem Abendgebet abgeschlossen wurde, so endete auch an diesem Abend unsere Pilgerreise zum Schrein des hl. Jodokus nach St. Josse-sur-Mer. Eine Reise die sich fortsetzen wird in der Wallfahrt im Oktober nach St. Jost / Langenfeld.

Drei erlebnisreiche und schöne Tage gingen zu Ende.