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Hilfe erhoffen...

"Ex voto", d. h. versprochener Dank für erhaltene Hilfe. Votivtafel aus St. Jost in Ennebürgen.

Ursprünglich hat man sich in allen menschlichen Anliegen und Sorgen an die Heiligen gewandt, weil man auf ihre Unterstützung hoffte. Wo Menschen überfordert waren, konnten sie eher mit ihrer Fürsprache ein Wort bei Gott einlegen. Mit der Zeit hat man ihnen spezielle Fähigkeiten zugeschrieben und auch entsprechende Hilfe erwartet. Nicht anders bei Jodok.

Als aufgeklärte und entmythologisierte Menschen werden wir uns in den meisten unserer Anliegen kaum mehr an Heilige wenden; vielleicht noch an den Antonius, wenn wir etwas nicht mehr finden können. Gleichwohl wissen wir, dass das Vertrauen Selbstheilungskräfte weckt, die oft genug an Wunder grenzen. War es vor-aufgeklärter Zeit die Hinwendung zu einem Heiligen oder anderen himmlischen Mächten, so ist es heute eher der Fachmann, der Arzt, dem wir unser Vertrauen schenken. Und was man heute zu schnell als Wunder-wirkenden Placebo-Effekt gönnerhaft lächelnd abtut, ist nichts anderes als tiefes Vertrauen, das schon Motor ist für die Hälfte unserer Genesung. Und wer schon kann die verschiedenen Aspekte auseinander klauben?

Erinnern wir uns: Auch Jesus konnte nur die Menschen heilen, die ihm vertrauten. Einmal verlässt er sogar ein Dorf, weil die Menschen ihm misstrauen: "Und er konnte dort keine Wunder wirken...". Bei anderer Gelegenheit werden Kranke schon gesund, wenn sie nur den Saum seines Gewandes berühren. Und eine kanaanäische Frau, die sich nicht abwimmeln lässt, erreicht durch ihre Hartnäckigkeit sogar, dass ihre Tocher - über alle Religionsgrenzen hinweg - von einem Dämen befreit wird (vgl. Mt 15. 21-29).