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Jobstenberg, ehem. Kapelle und Franziskanerkloster St. Jobst

Falsche Hoffnungen weckt das Schild an der Panzerstraße zum Bundeswehrgelände in Allendorf.

Das Kloster lag im Bereich der heutigen Pfarrei St. Johannes Nepomuk
Hirschbergleinstr. 19
95448 Bayreuth
Tel.. 0921/ 99162
st-nepomuk.bayreuth(at)erzbistum-bamberg.de

Weit zurückreichende christliche Kultstätte, die dem Pilgerpatron St. Jodokus geweiht war. Die
1430 von den Hussiten niedergebrannte Kapelle wird wieder aufgebaut und besteht neben der neuen Klosterkirche weiter. Die lebhafte Wallfahrt galt anscheinend den Heilkräften, die man dem dort befindlichen Brunnen zuschrieb. Schon vor der Errichtung des Kloster beauftragt der Markgraf, wegen der Wallfahrer eines oder mehrere Wirtshäuser zu errichten. Die Minoritenbrüder wurden also keineswegs in die "Wildnis" geschickt, sondern sollten in ihrem neuen Kloster eine blühende Quell-Wallfahrt betreuen. Ein erhaltenes Mirakelbuch erzählt auch von verschiedenen "Wundern".
1513 Einweihung des Klosters, das zehn Mönche aus dem Franziskanerkonvent in Hof beziehen.
1514 Stiftungsbrief (von Markgraf Friedrich IV. von Brandenburg) für das neue Franziskanerkloster St. Jobst; bereits
1529 mit der Reformation säkularisiert. Die Brüder gehen zurück nach Hof. Die Klosterbliothek mit den kostbaren Handschriften überlebte und befindet sich jetzt in der Erlanger Universitätsbibliothek.

Magere Reste
Von der früheren Klosteranlage ist nichts mehr zu sehen. Weil für die Bundeswehr eine umfangreiche Anlage gebaut werden sollte, wurden 1975 in aller Eile Notgrabungen und Lufterkundungen durchgeführt. Dabei ist eine überraschend große Zahl von Grundmauerzügen zutage gekommen, sodass ein partieller Plan des Klosters erstellt werden kann. Die Größe der Kapelle (16x5 Meter) und der Klosterkirche (42x17 Meter) konnte festgestellt werden. 
Die leeren Klostergebäude verfielen und gingen im albertinischen Krieg 1559 in Flammen auf. Die Reste "...dienten in den folgenden Jahrhunderten als Steinbruch. So sollen die Friedhofsmauern von Nemmersdorf und St. Johannis, Bauernhäuser und der Keller des Gasthauses in Allersdorf ("Gasthof zum Oschenberg") aus Steinen von St. Jobst erbaut worden sein." (Fränk. Heimatbote 1975, s. u.) Die wenigen geborgenen Bruchstücke eines Kreuzrippengewöbes wurden dem Bayreuther Stadtmuseum übergeben und sind/waren(?) im Untergeschoß des Museums ausgestellt.

Das Luftbild des Klosterbereichs
weckt falsche Hoffnungen. Was zunächst als Grabung gedeutet werden könnte, entpuppt sich aus der Nähe betrachtet als eine ganze Reihe von Munitionsdepots der Bundeswehr. Es macht aber Freude, wenn man auf die "Karte", bzw. (links oben) auf die "Historische Karte" klickt und der Name von St. Jobst groß ins Auge springt.

Zwei Fundstücke von St. Jobst haben in der Pfarrkirche von Lainek überlebt:
>  Ein Brunnentrog des nur 15 Jahre bestehenden Franziskanerklosters schmückt nun den Vorhof der Kirche. 1823 wurde bei zufälligen Grabungen ein Kellergewölbe mit dem Sandsteintrog gefunden. Eine neben der neuen Darstellung Jobsts im Boden eingelegte Bronce-Platte skizziert das Leben Jobsts und deutet die beiseite gelegte Krone, auf die er verzichtet hat.
>  Das Taufbecken im Eingangsbereich der Werktagskirche ruht auf dem Rest einer wohl romanischen Säulentrommel von St . Jobst.

Literatur
C. Aign über das Kloster St. Jobst bei Bayreuth, Archiv für Geschichte und Altertumskunde von Oberfranken, Bayreuth, 23. 1906/08, S. 170-185. (Archiv).
Hill, Friedrich berichtet in seiner Doktorarbeit  über "Die Kirchenpatrozinien des Erzbistums Bamberg" (1930) ab S. 125 von den J-Kirchen und -Kapellen in der Diözese.
Dr. Lippert, Der Wunderbrunnen in Allersdorf bei Bindlach, Zeitschrift für bayr. Kirchengeschichte VI. 1932, S. 80. (Archiv)
Gatz, Johannes: Das ehemalige Franziskanerkloster Jobstenberg (St. Jobst) bei Bayreuth in: Bavaria Franciscana Antiqua (Ehemalige Franziskanerklöster im heutigen Bayern), hg. von der bayerischen Franziskanerprovinz, Bd. 1, München 1953, S. 280288
Fränk. Heimatbote, Funde am Kloster St. Jobst bei Allersdorf, 8. Jahrgang, Nr. 10-1975, Monatsbeilage des "Nordbayerischen Kurier" (Archiv)
Johann Ehmann, Die Wallfahrtsstätte St. Jobst, Historischer Verein für Obefranken, Bayreuth 1976, Band 56, S. 75-93 (in Kopie)
Ruprecht Konrad, Die Bibliothek des ehemaligen Franziskanerklosters St. Jobst bei Bayreuth, Hist. Verein für Oberfranken, Bayreuth 1976, Band 56, S. 95-120 (Archiv)
Chrisine Riedl-Valder, Die Franziskaner auf dem Jobstenberg bei Bayreuth, Haus der Bayer. Geschichte, Klöster in Bayern
Fößel, Amalie, Die Franziskaner in St Jobst bei Bayreuth, in: "Jahrbuch für fränkische Landesforschung" 67(2007)73-84.
Günther Wein
befasst sich auf einer Seite seiner Homepage "Goldberg-Knappen" mit der Geschichte des Klosters.

Zum Oschenberg gibt es eine Sage (Gondrom, Bayreuther Sagen, Archiv Günther Wein)

PS: Wer weiß mehr? Wer hilft uns weiter?
Im Bericht des "Fränk. Heimatboten" von 1975 heißt es: In Wolf Kellers Landschaftsbild von 1531 ist ein Turm neben der Klosterkirche St. Jobst deutlich erkennbar. Wer weiß, wo man dieses Bild finden kann?