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Jodok trifft Johannes d. T.

Jodok und Johannes besuchen das Christkind (Bayer. Nationalmuseum, München)

1. Treffen zufällig aufeinander (Motivation)
Jodok ist am 13. Dez. gestorben: Sein Gedenktag. Wenn man ihn am 3. Adventsonntag in der Gemeinde feiert, trifft er auf Johannes d. T., der in der Liturgie zu Wort kommt. Auch wenn der 13. Dez. - so nahe vor Weihnachten - ein recht ungünstiger Termin für die Feier des Kirchenpatrons ist, so braucht trotzdem keiner den andern zu "verdrängen"! In Winnenden (bei Suttgart und auch andernorts) stehen beide nebeneinander auf dem Altar. Im Bayer. Nationalmuseum in München treffen wir beide auf einem Halbrelief sogar vor dem Christkind: Johannes d. T. mit einem Lämmchen auf dem Arm ("Lamm Gottes..."). Jodok hält dem Kind die Krone hin, an der es sich mit beiden Händchen festklammert, wie es Babys so machen. Gelegentlich finden wir ihn auch in Pilgertracht neben dem anderen großen Pilgerpatron Jakobus.

2. Überraschende Parallelen (Problemabgrenzung)
Jodok und Johannes. Bei beiden Heiligen finden wir erstaunliche Parallelen: Beide sind Aussteiger. Joh. und die späteren Wüstenväter ziehen sich wie Jesus in die Wüste zurück, um dort radikal sich Gott öffnen, bevor sie sich den Menschen zuwenden. Was im Orient die Wüste, ist in Frankreich die Einsamkeit des Waldes. Jodok finden wir folgerichtig mit seinen Klausen im Wald. Beide wollen für Gott leben. Beide werden deshalb auch für die Menschen faszinierend, anziehend. Kein Wunder, dass die Menschen auch zu Jodok kommen.

3. Seine "Sendung/Aufgabe" finden (Versuch und Irrtum)
Johannes scheint seinen asketischen Stil und seine prophetische Aufgabe sofort gefunden zu haben. Bei Jodok ist es eine schrittweise Annäherung: Zunächst schließt er sich Pilgern an. Aber sie kommen nicht weit. Einige Jahre wirkt er bei Hofe als Kaplan Haymos. Auch das ist noch nicht "sein" Platz. Für seinen weiteren Lebensweg erbitte er vom Herzog draußen im Wald eine Einsiedelei an drei verschiedenen Stellen. Ein weiterer Eremit schließt sich an. Am Schluss wird es eine kleine Gruppe sein, die sich um ihn sammelt, die Kernzelle der spätere Abtei.

4. Jodok findet seinen Platz (Lösungsangebot)
Zu Johannes kommen die Massen aus Jerusalem und fragen: Was sollen wir tun? Johannes spricht Klartext. Auch zu Jodok kommen die Menschen und holen sich Rat und Hilfe. Zwar ist kein Wort überliefert, aber er lebt das, was Joh. fordert: Er teilt mit den Menschen sein Brot, gibt seinen Rat, stärkt im Glauben. Seine Hilfsbereitschaft wird durch Wunder(-Legenden) unterstrichen. Durch die Jahrhunderte (zusammengerechnet) kommen schließlich zu Jodok mehr Menschen als zu Johannes.

5. Sind wir schon am richtigen Platz? (Lösungs-Verstärkung)
Wo kommen wir selber in dieser Geschichte vor? Jeder hat seine eigene Lebens-Weg mit unterschiedlich vielen Stationen. Haben wir unseren Platz schon gefunden? Der eine findet ihn sofort; andere müssen sich erst herantasten wie Jodok. Es ist keine Schande, wenn es nicht gleich aufs erste Mal gelingt. Wir sind auf dem richtigen Weg, solange wir bereit sind nachzubessern, und mit Jodok in guter Gesellschaft.