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"Regional" oder "europäisch"?

Besprechung mit Bischof Msgr. Jean-Paul Jaeger wegen der Pfingstwoche 2008

War der Gottesdienst am Dreifaltigkeitssonntag am Croix coupée als Höhepunkt der Pilgerwoche gedacht, so hatte die Prozession mit dem Schrein nach Airon St. Vast und zur Kapelle von Bavémont doch den größeren Erlebnis- und Stellenwert. Es kamen nicht nur die Matrosen von den verschiedenen Küstenorten, die sich für das Tragen des Reliquienschreins verantwortlich wussten. Auch die Kinder hatten früher schulfrei, was die Attraktivität für Familien durchaus steigerte. Das Picknick von Bavémont und das Volksfest während des ganzen Wochenendes in St. Josse waren ein beachtlicher Magnet für den Zustrom der Menschen.

Diese Situation hat sich völlig verändert. Die Beteiligung der Bevölkerrung hat deutlich nachgelassen, was leicht zu erklären ist: Die religiöse Prasis hat abgenommen; besonders deutlich in Frankreich. Zudem: Wer kann sich heute ohne weiteres einen Dienstag frei nehmen für eine Prozession? Die Kinder haben auch nicht mehr schulfrei; in einem laizistischen Staat undenkbar. Die Zahl der Matrosen ist ebenfalls zusammengeschmolzen. Übrig geblieben ist noch ein "harter Kern". Und die Lösung?

Um die Bedeutung des Pilgertages am Leben zu erhalten oder ihm gar einen neuen Impuls zu geben, müsste man die Prozession nach Bavémont auf den Samstag verlegt!

Noch keine "europäische" Perspektive

Was in den letzten Jahren aber gewachsen ist, ist das Bewusstsein, dass Jodok nicht nur ein lokaler Heiliger ist, sondern sich das Netz seiner Kirchen und Kapellen über ganz Europa ausgebreitet hat. Die Mobilität hat es für den Einzelnen wie auch für Gemeinden aus den Nachbarländern leichter gemacht, sich in umgekehrter Richtung hinzuwenden zu den Wurzeln der Jodoksverehrung, zum Lebensbereich und zu den Reliquien des eigenen Patron in St. Josse-sur-Mer.

Mit dem Samstag als Pilgertag hätte sich eine Weichenstellung angeboten, die für beide Seiten eine Chance hätte werden können. Damit hätten sich die Familien mit den Kindern wieder einreihen können. Und auch die Besucher von auswärts hätten die Chance gehabt, beide Höhepunkte der Woche mitzufeiern. Leider hat die Association diese Möglichkeit (noch) nicht aufgegriffen. Der gut gemeinte Vorschlag des Bischofs von Arras, statt der sofortigen Verlegung auf den Samstag als Übergang eine zweite Prozession am Samstag anzusetzen, hat - im Blick zurück - dem Samstag letztlich keine Chance gelassen.