Sie sind hier:> St. Jodok dt > J-Kirchen/Kapellen > CH Schweiz > Galgenen   

Galgenen, St. Jostenkapelle

Kirchengemeinde
Kirchweg 1, CH-8854 Galgenen 
eMail: pfarreigalgenen(at)bluewin.ch 

"Unmittelbar nördlich an der alten Landstrasse (Obergasse), einem früher vielbegangenen Verkehrs- und Pilgerweg, steht die Kapelle St. Jost , die erstmals am 30. Dezember 1362 in einem Ablassbrief erwähnt wird. Die Kapellweihe fand am 10. September 1398 statt. 1622 wurde diese Kapelle intensiv umgebaut und erhielt dabei ihr heutiges Gesicht. Interessant ist dabei, dass noch zu dieser Zeit spätgotische Formen, vermischt mit modernen Renaissanceelementen, angewandt wurden. Kennzeichen der Kapelle sind die Wandmalereien, die an der Südfassade angebracht sind sowie auch die spätgotischen Altäre. Die Ausstattung der Kapelle St. Jost... gehört zum Wertvollsten auf dem Kantonsgebiet." 
(Schweizerische Gesellschaft für Kulturgüterschutz) 

Als um Mitte des 14. Jh der Pilgerstrom nach Einsiedeln infolge der Pestnot anschwoll "wie nie zuvor", ließ der umsichtige Pfarrer Hans Bock das Heiligtum nicht nur auffrischen (1367, Einweihung 1398), sondern stiftete die "pfround zu S. Josen" für den Unterhalt eines Kaplans und als Herberge für die Pilger. Seither gab man in Galgenen und in der March zur Erinnerung ans Josts Brotwunder "armen lüten vmb brod", oder "Bett vnd bettlin in die Pfruond".

Den Patron der "Jostenkapelle" stellt ein Fresko vor mit einem Bilderzyklus aus zwölf Szenen seiner Vita (Anfang 17. Jh.). Dem Einsiedler aus dem 7. Jh. ist in einem zweiten Fresko der Schweizer Einsiedler des 15. Jh. gegenübergestellt: Niklaus von Flüe . Bei der Entfernung der Chorstuhllehne fand Pfr. Wyrsch das Bildstück einer Fahne, gestiftet vom Rom- und Yagopilger "Anderes stächelin, 1623". Sie zeigt Jost mit drei (!) Kronen in Gesellschaft von St. Jakobus d. Ä. 

Zum Festtag von Bruder Klaus am So, 25. September 2012 ist die Kapelle nach aufwendiger Sanierung mit einem Gottesdienst in der Pfarrkirche wieder feierlich ihrer Bestimmung übergeben worden. 

Für das Foto des Kirchenpatrons wie auch für die Darstellung der beiden Seiten des Fahnenblattes danken wir Michael Schnellmann. Mit den beiden Fahnenblättern hat sich Felix Marbach selber ein Denkmal gesetzt. Marbach dokumentiert 1947 mit dem ausführlichen Beitrag "St. Jobst und die Innerschweiz" (Innerschweizerische Jahrbuch für Heimatkunde, S. 137-184) die ungewöhnliche Beliebtheit Jodoks im Mittelalter und darüber hinaus. 

pfarreigalgenen(at)bluewin.ch

St. Jostkapelle