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In der großen Kloster- kirche von Gorni Grad
...haben wir keinen Sv. Jost mehr gefunden.

Erstaunliche Vielfalt in Slowenien

Ich kenne kein Land, in dem die Kirchen und Kapellen so oft und so dekorativ auf Bergrücken und -spitzen gestellt sind, wie in Slowenien. Das gilt auch für nahezu sämtliche Jodokskirchen und -kapellen. Dazu gibt es in Slowenien erstaunlich viele davon. Der Heilige heißt dort Sveti Jot , bzw. ant Jot (mit "umgekehrtem Dach" über den beiden "s"; gesprochen: Schant Jooscht).

Schon Jost Trier weiß keinen rechten Grund für das gehäufte Auftreten in der südlichen Steiermark. Helmut J. Metzler-Andelberg zählt in seinem Artikel "Jodok-Kapellen in der Steiermark" (ZHVfStmk 53, Graz 1962) elf, bzw. zwölf Kapellen auf. Sowohl Trier wie auch Metzler-Andelberg verwenden die deutschen Ortsnamen und machen es durch die meist recht vagen Ortsangaben schwer, die Kirchen und Kapellen heute zu lokalisieren, sofern sie überhaupt noch existieren. Ältere Slowenen versteht meist noch deutsch. Aber die alten deutschen Ortsnamen, die Trier und Metzler-Andelberg verwenden, kennt keiner mehr. Der heilige "Sveti Jot" ist aber vielen kein Fremdwort.

Irritierend und zunächst als Missverständnis gedeutet ist die in Slowenien übliche Darstellung Jodoks mit Bischofsstab (statt mit Pilgerstab) und mit Mitra (statt der Krone) zu seinen Füßen. Die einleuchtende Begründung gab uns der Pfarrer in Prihova: Jodok wird deshalb mit (Bischofs-)Stab und der Mitra zu seinen Füßen dargestellt, weil er der kleinen Kommunität, die sich um ihn gesammelt hatte, als erster Leiter/"Abt" vorstand.

Benediktinerkloster Gornji Grad, (früher Oberburg)
Nach Jost Trier und vor allem nach Metzler-Andelberg war das ehemalige Benediktinerkloster Oberburg (1140) vermuteter Ausgangspunkt der Jodoksverehrung, ähnlich, wie die Jodoksverehrung über Gebetspatenschaften zwischen Benediktinerklöstern auch von Frankreich nach Deutschland, später nach Salzburg gekommen ist. In der jetzigen Kathedrale war keine Darstellung von Sveti Jot zu finden.