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Die Pfingstwoche in St. Josse-sur-Mer

Das aufwendigste Jodoksfest im Laufe des Jahres ist die Pfingstwoche in St. Josse-sur-Mer, genannt "Neuvaine" oder "Pèlerinage". Nach dem festlichen Anfang am Pfingstsonntag führt fast jeden Tag eine Prozession zu einem der Orte, die mit dem Leben, dem Wirken und den Wundern Jodoks in Verbindung gebracht werden.

Höhepunkt der Pilgerwoche ist am Dreifaltigkeitssonntag der Gottesdienst am Croix coupée, das vor Jahrhunderten von Bavémont in die Nähe des Dorfes versetzt worden ist. Der besondere Akzent liegt auf dem Dienstag, an dem die Marains den Schrein in einer zügigen Prozession nach Saint Airon und zur Kapelle von Bavémont tragen.

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Texte schwärmen

Aus verschiedenen schriftlichen Quellen kann man nur staunend entnehmen, wie groß die Teilnahme bis ins letzte Jahrhundert noch war:

1910 berichtet Le Chanoine Joncquel in seiner "Vie de Saint Josse" ausführlich, wie die Festwoche am Vorabend von Pfingsten mit der Aufstellung des Reliquien-Schreins in der Kirche begonnen hat. Am Pfingstsonntag trug man die Reliquien um das Dorf herum. Am Montag folgte ein Hochamt mit Predigt. Nach dem frühen Gottesdienst am Dienstag um 6 Uhr - inmitten der Pilger aus Etaples, Camiers, Merlimont, Berck, Montreuil und den Seeleuten aus Boulogne, Etaples, Berck und St. Valery - wurde die Lade nach Bavémont getragen, wo man sich an die Heilung des blinden Mädchens erinnert. Dort feierte man im Freien die Messe mit 6-8000 Gläubigen

Am Freitag besuchte man die Stätte der zweiten Einsiedelei im Wald von St. Josse. Am Sonntag begleitete "eine bis 10.000 zählende Menge die Reliquien...", hat Jost Trier in seinen Unterlagen gefunden.

Ein Blick zurück

Wir groß seine Verehrung bis ins letzte Jahrhundert hinein noch gewesen ist, können wir nur aus schriftlichen Zeugnissen, aus einer Reihe alter Fotos und aus gemalten Bildern erschließen. Etliche alte s/w-Fotos sind uns erhalten geblieben, die uns von der großen Anteilnahme an der Pilgerwoche noch etwas ahnen lassen.

Ein schriftliches Zeugnis über die Pfingstwoche in St. Josse aus der Zeit, in der die oberen Fotos entstanden sind, finden wir in einem Roman von Germaine Acremant: "Le monsieur de Saint-Josse" (1983 Verlag Plon, Paris). Sie lässt in ihrer Geschichte unmittelbar mitereleben, wie groß zu ihrer Zeit die Beteiligung der Menschen an der Wallfahrt noch ist.

Die Bilder in Berck-sur-Mer

Im Museum von Berck ist ein kleiner Bilder-Zyklus ausgestellt, der die große Beteiligung der Menschen zeigt. Seit jeher schließen sich die rivalisierenden Seeleute von Berck und Ètaples bei der Pélerinage nach St. Josse zusammen. 1904 hat der Maler Charles Roussel daran teilgenommen und seine Eindrücke mit dickem Strich auf fünf kleinen Bildern widergegeben.