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Pfingstsonntag

Das Fest begann ursprünglich bereits am Vorabend mit einer Andacht vor dem Reliquienschrein. Heute wird er zum Pfingstfest in die Mitte vor dem Altarbereich gestellt, wo er die ganze Woche über stehen bleibt. Die Gemeinde umschreitet die Reliquien, küsst die Lade. Kranke und Hilfesuchende gingen früher unter dem Schrein hindurch, was wir derzeit nur noch in Bavémont vor der Kapelle gesehen haben.

Dieser Brauch wird in St. Josse zwar mit einem alten lokalen Wunder erklärt, ist aber in Wirklichkeit eine uralte Sitte christlicher Reliquienverehrung. Der Verehrende möchte in das Kraftfeld des Heiligen eintauchen. Und das tut er in dem Augenblick, in dem er den Schrein, das Medaillon küsst, bzw. unter den Reliquien hindurchschlüpft. Auch das Brot, mit dem man den Schrein berührt, soll etwas von der Kraft des Heiligen ins alltägliche Leben mit hineinnehmen.

Mit einem festlichen Pfingstgottesdienst wird die Pilgerwoche eröffnet. Nach dem Gottesdienst trägt man den Schrein singend einmal um die Kirche.

Im Museum von Berck ist ein kleiner Bilder-Zyklus ausgestellt, der die große Beteiligung der Menschen zeigt. 1904 hat der Maler Charles Roussel daran teilgenommen und seine Eindrücke mit dickem Strich auf fünf kleinen Bildern widergegeben.
J. C. Nison