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3/5 Der Weg in die Einsamkeit: Picardie

Haymo baut ihm an drei Stellen eine Einsiedelei.

Herzog Haymon hat Verständnis für Jodoks Anliegen. Er schenkt ihm nicht nur seine Unabhängigkeit, sondern sucht im Laufe der nächsten Jahrzehnte sogar dreimal für Jodok einen Platz, wo er sich als Einsiedler niederlassen kann.

Der erste, Brahic, liegt an dem kleinen Flüsschen Authie. Der Herzog lässt ihm eine Kapelle und eine Hütte bauen (ca. 644). Welche Probleme ihn schließlich bedrängten und ihm den paradiesischen Ort verleideten, wissen wir nicht.

Nach acht Jahren jedenfalls bittet Jodok seinen Freund Haymon flehentlich, ihm eine andere Einsiedelei zuzuweisen. Haymon bringt Jodok ein Stück weiter nach Norden, nach Runiac, . Er lässt ihm wieder eine Kapelle erbauen (ca. 652), die dem heiligen Martin geweiht ist. Hier sollten es 13 oder 14 Jahre werden, die Jodok hier lebt.

Warum er nochmals weg wollte, wissen wir auch diesmal nicht. Herzog Haymon ist bereit, mit Jodok einen dritten Platz für seine Einsiedelei zu suchen. Schließlich findet er einen (um 665), wo die Canche ins Meer mündet in Nachbarschaft zum Hafen Quentovic. Hier bleibt er bis zu seinem Lebensende. Hier wird sich die Abtei Saint-Josse-sur-Mer entwickeln sollte. Neben seiner Zelle erbaut Jodok zwei kleine Holzkapellen, eine dem heiligen Petrus, die andere dem heiligen Paulus geweiht. Das könnte darauf hindeuten, dass er in seinem Herzen sein erstes Reiseziel "Rom" noch nicht vergessen hatte.

Als Pilger nach Rom

Der Papst empfängt den Heiligen und beschenkt ihn mit Reliquien.

Als Jodok nach Monaten "mit Reliquien beladen" zurückkehrt, hat Haymo in der Zwischenzeit eine größere Kirche aus Stein gebaut, die nun dem heiligen Martin geweiht wird. Jodok lebt noch fünf Monate. Als er am 13. Dezember 669 (es wird auch 668 und 675 genannt) stirbt, wird er im Rufe der Heiligkeit in "seiner" Kirche begraben.

"Um das Leben und Wirken vieler Heiliger der damaligen Zeit begreifen zu können, sollte man wissen: die Menschen damals ... wollten 'sein wie Christus". Christus hatte sich vor seinem Wanderleben in die Wüste zurückgezogen. Vor allem die Mönche der damaligen Zeit wollten Christus gleich sein, und so gingen sie im Dienste seiner Botschaft in die Einsamkeit und von dort zu den Menschen.... Bis nach Rom und Jerusalem zog es viele von ihnen. Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass auch Jodok zum "Wandermönch" wurde."
(Dr. Karl Wölfl)
Ein anderes naheliegendes Beispiel wäre auch Korbinian, der erste Bischof von Freising; ebenso Bonifatius.

Und Jodok holt wirklich nach, was er als junger Mann abgebrochen hatte. Er macht sich nun auf den Weg nach Rom. Leider haben wir über diese Pilgerfahrt nur legendenhafte Berichte. Es war aber in dieser Zeit nichts Ungewöhnliches, dass Einsiedler große Pilgerreisen, sogar bis ins Heilige Land unternahmen.

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